85.: Nobody’s home…

84.: Wie wohl die Zukunft aussieht…

Habe Angst, bin nun wieder alleine.
Die letzten beiden Tage taten mir gut. Ich fühlte mich nicht so einsam. Ich konnte auch keinen Unsinn machen. Habe mich die letzten beiden Tage auch nicht verletzt. Meine Freundin war ja immer da, es ging nicht. War aber auch besser. Sie meinte, dass sie mich auch bei der suche nach der richtigen Therapie unterstützen würde…
Sie hat mich auch für das wochenende eingeladen, doch das habe ich abgelehnt. Ich habe Angst, dass es ihr zu viel werden würde.

Die Gedanken kreisen wieder weiter..

Mein Therapeut… er meinte, dass er sich nich sicher ist, dass ich mir nichts antue, wenn ich keine Stationäre oder immerhin teilstationäre Therapie mache…
Also hat er sie eigentlich ja abgelehnt, oder? Also was neues suchen… Oder auch nicht?
Er meinte auch, dass ich umbedingt zum Psychiater gehen sollte, um mich medikamentös richtig einstellen zu lassen und er wiederholte wieder, dass eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie erstmal nichts für mich ist, sondern eher eine Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse.
Er hatte ja auch beim letzten mal nicht die ganze Therapiestunde gemacht und mir erst einen Termin in 3 Wochen gegeben, damit ich mich darum kümmere, dass ich in der Tagesklinik einen Termin bekomme.

Och man. ich will es wirklich nicht. Ich hab wieder richtige Panik vor der Zukunft! Ich weiß nicht, was ich machen soll, ich weiß nicht, was richtig ist. Und was für mich gut ist, weiß ich doch schon lange nicht mehr…
Ich habe angst, den Erwartungen nicht zu entsprechen.
Der Therapeut erwartet, dass ich die teilstationäre Therapie mache. Meine stellvertretende Schulleitung erwartet, dass ich mir adäquat helfen lasse und realistisch mit dem Thema umgehe (Sie meinte ja letztes mal, dass ich damit sehr sachlich umgehe. Haha, wenn sie wüsste… Nur, weil ich irgendwie keine Emotionen zeigen kann und immer wie ein lebloser Stein dasitze?) Meine Kursleitung erwartet, dass ich die Hausarbeit für die Zwischenprüfung endlich bald mal fertig habe. (am 6.6. ist abgabe, sie hat mir 4 Tage mehr Zeit gegeben, wegen meiner Augenentzündung mit einhergehender Sehbeeinträchtigung), sie erwartet, dass ich weiterhin gute Leistungen bringe. Meine Klassenkameraden erwarten, dass ich weiterhin als allwissende wirke und immer helfe. Die Stationen erwarten, dass ich super arbeit leiste und die Patienten erwarten, dass sie immer mit mir zu Frieden sein können. Meine Freundin erwartet, dass ich eine Therapie mache und mir helfen lasse, dass es mir gut geht.

Es ist mir alles zu viel! Alles!

Ich will einfach nicht mehr. Ich will nicht mehr dieses blöde perfekte Püppchen sein! Ich war es doch nie, warum denken es nur alle von mir?

Ich weiß nicht, ich hab irgendwie garnichts geschafft. Ich will einfach nur noch in diesen zustand zurück, den dem ich vorher war, vor der Therapie. Wenn ich das jetzt so im Nachhinein sehe, war der deutlich besser als der jetzige…
Jetzt habe ich alle Emotionen, alle Erinnerungen, alles negative nochmal aufgewühlt und stehe wieder alleine da. Ohne Therapie…

Ich würde am liebsten alles wieder verdrängen und wieder weiter vor mich hin existieren…
Ich möchte keine Therapie mehr, ich möchte einfach nur vergessen…

Ich habe mir heute einen Termin in der Tagesklinik gemacht. Er ist in über einem Monat. Mal sehen. Ich muss ihn ja sowiso eine Woche vorher bestätigen, sonst wird es wieder frei… Hab ja dann noch zeit, ihn abzulehnen.
Einen Termin beim Hausarzt habe ich mir auch gemacht, da ich dann eine Überweisung beim Kardiologen abholen werde (Mein EKG ist nicht normal und an der Mitralklappe eine Sehne gerissen, deshalb halt regelmäßige kontrollen…). Dann werde ich um eine Überweisung zum Psychiater bitten und sie fragen, was ich machen soll.
Wobei sie nur von meiner Familiensituation und den Depressionen weiß :S Nicht über das SVV, den MB und das Mobbing früher…
Dann müsste ich es ihr eigentlich auch erzählen, damit sie mir wirklich was raten kann.
oh man =(

Und Montag auch noch einen Termin bei der Stvtr. Schulleitung. Was soll ich dann nur sagen?

Es läuft doch echt alles schief =(

83.: Decke fällt auf den Kopf.

Zu viel ist die letzte Woche passiert, viel zu viel. Mir ist es alles zu viel.
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Keine Ahnung. Egal, wie ich es mache, irgendwie werde ich sowiso versagen. Also: Versagen wir doch einfach auf ganzer Strecke.

Ich kann nicht schlafen. Mir schwirren so viele Dinge durch den Kopf. Nur leider keine guten…
Ich versuche mich zu entspannen, mir schöne Musik anzuhören, mich abzulenken.
ICH KANN EINFACH NICHT SCHLAFEN. Ich kann nicht mehr.
Meine Freundin schläft schon seit 3 Stunden neben mir. Ich bemühe mich auch, klappt nicht…
Scheiß Kopfkino, Scheiß Gedankenkarussell.
Ich sehe es schon kommen, dass es die 2te schlaflose Nacht in folge wird…
Yay…

82.: She is worse off than ever.

81.: Kann nichts mehr versprechen.

Derzeit bin ich auf dem Tiefpunkt.
Heute habe ich unserer Stellvertretenden Schulleitung von meinem Problem erzählt.
Sie meinte, dass ich die Ausbildung pausieren könnte und mich dann richtig um eine Therapie kümmern könnte, dass ich mich auf mich und meine Therapie kümmern sollte.
Ich ätte am liebsten angefangen zu weinen. Ich konnte einfach nicht mehr, ich hatte das Gefühl, versagt zu haben, alles falsch gemacht zu haben. Es war einfach fürchterlich.
Ich habe ihr dann gesagt, dass ich es eigentlich ungerne machen würde. Dass ich nicht dann im Oktober in den neuen Mittelkurs gehen wollte.
Sie meinte dann, dass ich es mir durch den kopf gehen lassen sollte, dass ich dann am Montag nochmal mit ihr sprechen sollte.

Dann hatte ich die Therapiestunde. Ich wurde mit Vorwürfen bombardiert.
Er meinte erstmal, dass er meinen Brief gut fand, dass es ihm zeigte, wie viel Vertrauen ich in ihn habe.
Doch dann meinte er, dass ich eine Stationäre Therapie machen sollte. Ich hab mich sofort geweigert. Er sah es dann so, dass es mir ja garnicht so schlecht gehen könnte und fragte mich, was mir wichtiger seie. Gesundheit oder Ausbildung?
Joa, ich sagte dann, dass die Ausbildung halt wichtiger für mich seie.
Er meinte dann auch, dass wenn es mir so gut geht, dass ich dann erstmal mein Examen machen kann und dann erst eine stationäre Therapie.

Er fragte mich dann, wie es mir geht. Ich sagte ihm halt, dass ich wieder mehr mit Ängsten zu kämpfen habe und mich wieder mehr isoliere.
Schon wieder fragte er mich nach dem nächsten urlaub. immernoch eine woche um pfingsten -.-
Dann meinte er halt, dass ich villeicht auch eine teilstätionäre machen könne. Dann wären mehr Therapien am Stück und ich würde dann nicht so alleine gelassen werden.

Er könnte dafür keine Verantwortung mehr übernehmen, dass ich mir nichts antue. Dass in der Therapiestunde zu viele Emotionen hochkommen und er mich dann nach der stunde gehen lässt und ich dann mit den Emotionen alleine gelassen werde und keiner da ist, der mich auffängt… Er hatte Angst, dass mir die Emotionen zu viel werden…

Er gab mir eine Telefonnummer von der Tagesklinik und einen Termin in 3 Wochen bei ihm.
In mir brach eine Welt zusammen. Ich war total überfordert, ich bin die totale Versagerin…

Ich hätte mich am liebsten von der nächsten Brücke gestürzt, mir den ganzen Körper aufgeritzt. Ich will und kann einfach nicht mehr. Mein einziger Anker? Weg isser…

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Nichts mehr? Therapie abbrechen?
Keine Ahnung…

Ich habe dann heulend meine Freundin angerufen, sie ist sofort zu mir gekommen und sie wollte sowiso zu ihren Eltern fahren, sie wohnen etwa 25km weg.
Sie rief sofort ihre Mutter an und sie hat mit mir Sachen gepackt. Ich kam garnicht mehr klar, zitterte einfach nur noch…
Nun bin ich erstmal nicht alleine. Ich glaube, es ist auch besser so… Ich hätte nicht versprechen können, ob ich morgen noch da seie…

Einfach nur ein scheiß tag…
Was hat denn nun das leben noch für ein Sinn?

Geboren, um geboxt zu werden…